Klangretter gesucht  (Quelle: Stadtkirche Celle)

Klang-Retter gesucht!

Wussten Sie, dass die Orgel in der Stadtkirche eine lange Geschichte hat?

Ihre äußere Schauseite – die Fachleute sprechen vom „Prospekt“ – stammt mitsamt den sichtbaren Pfeifen aus dem Jahre 1653. Ihr Innenleben dagegen ist im Laufe der Jahrhunderte entsprechend dem jeweiligen musikalischen Stil mehrfach verändert worden.

Nun stehen wir – gerade einmal 18 Jahre nach der Restaurierung und Rekonstruktion - plötzlich vor großen und kostenintensiven Herausforderungen. Was ist geschehen?

Lesen Sie hierzu die Antworten, die Kirchenmusikdirektor Martin Winkler im gemeinsamen Gespräch auf meine Fragen hatte: 

Die aktuelle Situation bestürzt uns sehr – vor allem, wenn man bedenkt, dass die Qualität heutiger Orgelbauten in der Regel so gut ist, dass die Instrumente viele Jahrzehnte bzw. gar Jahrhunderte überdauern können. Wir haben es genau genommen mit zwei Herausforderungen zu tun.

Die wertvollen historischen Pfeifen sind von der sogenannten „Bleipest“ befallen. Dieses Phänomen taucht seit der Jahrtausendwende in vermehrtem Maße bei historischen Orgeln Norddeutschlands auf. Dabei handelt es sich um eine Korrosionserscheinung, die, sofern man keine Gegenmaßnahmen ergreift, letztlich zum völligen Zerfall der Pfeifen führt.

Wie kann man diese Pfeifen „retten“?

Als einzig sinnvolle Möglichkeit sehen die Fachleute zur Zeit eine Reinigung und Behandlung der Pfeifen durch eine schützende Nanowachsschicht, die verhindert, dass das Pfeifenmetall weiterhin angegriffen wird. Das ist ein sehr aufwändiges und teures Verfahren.

Und worin besteht die 2.Herausforderung?

Die rekonstruierten Metallpfeifen der Orgel – immerhin ungefähr 2000 Pfeifen – wurden von verschiedenen englischen Firmen hergestellt, die auf historische Pfeifen-gusstechniken spezialisiert waren. Nun stellt sich nach einigen Jahren heraus, dass diese Pfeifen zu weich sind, über keine dauerhaft ausreichende Standfestigkeit verfügen und in unterschiedlichem Maße beginnen, sich zu verformen oder sogar einzusinken.

Gibt es auch hierfür auch Lösung?

Der einzig sinnvolle Weg ist, das gesamte betroffene Pfeifenmaterial neu zu erstellen.

Welche Kosten kommen da auf die Celler Stadtkirchengemeinde zu?

Die dringend erforderliche Restaurierung der historischen Pfeifen erfordert einen Betrag von ungefähr € 60.000,-. Die Kosten für die mittelfristige Erneuerung des Metallpfeifenwerks liegen deutlich höher. Wir stehen erst ganz am Anfang der notwendigen Sanierungsphase. Die dringend notwendige Maßnahme zur Rettung der historischen Pfeifen wird im kommenden Jahr durchgeführt werden. Hierfür bekommen wir Unterstützung durch die Hannoversche Landeskirche, müssen aber zwei Drittel der Kosten selbst aufbringen.

Die Celler Stadtkirchenstiftung wird diese Rettungs-Maßnahme mit 7.450 € unterstützen. Insgesamt hoffen wir natürlich - ähnlich wie bei der Sanierung unseres Glockengeläuts mitsamt dem Guss der Friedensglocke – auf viel Unterstützung und Hilfsbereitschaft durch Celler Bürger und öffentliche Institutionen. Es ist kaum vorstellbar, dass dieses überregional bedeutende Instrument unspielbar wird und vielleicht für längere Zeit verstummen müsste. 

Mit Ihrer Hilfe können wir sicherstellen, dass unsere wertvollen, erhaltenen historischen Pfeifen, die heute wie genauso schon vor über dreihundert Jahren geklungen und Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituation begleitet haben, weiterhin zu hören sind.

Wir freuen uns ganz besonders wenn Sie uns mit Ihrer Spende dabei unterstützen,
mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen

Ihr

Dr. Volker Witte,

Vorsitzender des Kirchenvorstands

Spendenkonto

Sparkasse Celle

IBAN: DE02 2575 0001 0000 0024 10

BIC: NOLADE21CEL

Stichwort: Klangretter - Stadtkirche St. Marien Celle