Gemeindebrief "Kontakte"  (Quelle: Stadtkirche Celle)

Gemeindebrief 'Kontakte'

Nachricht 08. Mai 2017

aktuelle Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser unserer Gemeindezeitschrift,

In unseren Gottesdiensten singen wir das Lied „Komm, Herr segne uns" zu vielen Anlässen. Es drückt aus, dass wir uns den Segen Gottes ersehnen.

Wir fühlen uns vielleicht nicht immer gut und gesegnet. Der Segen Gottes geht nicht automatisch mit unserem Glauben einher. Es geht uns ähnlich wie Hiob in der Bibel: Mitten in den vielen Segensgeschichten aus alter Zeit steht die Lebensgeschichte von Hiob. Er war ein besonders frommer Mensch; dazu noch jemand, der nicht nur betete sondern auch einen großen Familienkreis und enge Freunde hatte.

Seine Viehzucht betrieb er erfolgreich. Dann kam ein plötzlicher Einschnitt, nichts ging mehr. Seine Herden siechten und starben, ja seine Söhne und Töchter verunglückten, und er selbst wurde krank. Seine Freunde suchten Erklärungen, wollten Begründungen und Fehler in seinem Verhalten finden. Am Ende kommt bei der Geschichte heraus, dass Hiob nichts falsch gemacht hatte.

Ein versöhnliches Ende nach vielem Leid. Er hatte es geduldig ertragen Sein Name war geradezu sprichwörtlich für einen Menschen geworden, der viel Geduld hat.

Gottes Segen können wir nicht berechnen oder nach Verdienst und Würde aufteilen. Umso dankbarer nimmt Hiob am Ende seines Lebens wahr, dass er wieder gesund wird und ihm noch einmal Kinder und beruflicher Erfolg geschenkt werden. Wir bitten Gott in guten und schweren Zeiten: Komm, Gott, zu uns und segne uns! In dem Lied „Komm, Herr, segne uns" heißt es in der zweiten Strophe:

Keiner kann allein Segen sich bewahren. Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen. Segen kann gedeih'n, wo wir alles teilen, schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeih'n.

Damit wird ein Bogen geschlagen von Gottes Segen zu unserem Segnen. Viele Menschen würden wohl sagen:,,Mir geht es gut, ich bin dankbar und zufrieden!" Gottes Segen können wir weder für uns noch für unsere Nachbarn verdienen noch verplanen. Aber das Gute in unserem Leben können wir mit anderen teilen. So wird aus dem großen theologischen Hauptwort Segen ein Tu-Wort, wie wir in der Grundschule sagten.

Wir können andere Menschen segnen, ihnen Gutes von Gott wünschen. Segen ist nicht entweder da oder weit weg. Segen ist in unserem Leben zuhause, auch wenn wir gerade eine schwere Zeit durchleben.

In kleinen Gesten, Freuden, Erlebnissen können wir andere Menschen segnen. Wir erleben von Gott gesegnete Tage. Zu anderen Zeiten steht im Mittelpunkt, dass wir anderen etwas weitergeben, weil es uns besonders gut geht. Vielleicht empfangen wir etwas von Nachbarn und Freunden, weil es ihnen wiederum gutgeht und sie selbst gesegnet sind.

Solch ein gegenseitiges Segnen und Gutes wünschen und weitergeben ist ein schönes Zeichen für einen guten Geist von Gott, den wir an Pfingsten feiern: Den Geist der Liebe Gottes mitten unter uns.

Gesegnete Pfingst- und Sommertage wünscht Ihnen

Volkmar Latossek

Ihre Ansprechpartnerin

Frau Ursula Passas-Gast
Tel.: 05141-35303