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Kirchenmusik an der Stadtkirche St. Marien
 Die große Barockorgel Veranstaltungen
“Singt mit uns!” - Probenzeiten der Chöre
Chormusik einst und heute
Gesang war wichtiges Unterrichtsfach an der 1328 in der schmalen Kalandgasse direkt neben
der Kirche gegründeten Lateinschule. Die Mitwirkung des Chores bei den täglichen Messen und anderen Amtshandlungen war obligatorisch. 1422 wird erstmals ein “Kantor” erwähnt, der gleich
nach dem Rektor rangiert. Neben dem Schulchor gab es die Kurrende, die in den Straßen der Stadt um Almosen für bedürftige Schüler sang. Leiter der Kurrende war ein als Kalfaktor bezeichneter Primaner.
Nach der Reformation verringerten sich die Pflichten des Schulchores nur unwesentlich. Viele Noten wurden in Venedig bezogen und mussten von den Schülern kopiert werden. Für die
Schüler und ihre musikalischen Einsätze galten strenge Regeln. Verstöße konnten mit Strafgeldern oder mit Schulverweis geahndet werden.
Insbesondere im 17./18. Jahrhundert wirkten bedeutende Kantoren und Organisten an der Stadtkirche wie auch am Celler Hof, darunter Delphin Strungk (1601-1694), der Scheidemann
-Schüler Wolfgang Weßnitzer (ca. 1615 – 1698), Johann Georg Kühnhausen (gest. 1714) und Melchior Brunckhorst (1670? – 1725). Daß Johann Sebastian Bach von Lüneburg aus 1702/03
Celle besucht haben soll, um hier die französische Hofmusik zu studieren, ist eine bislang nicht bewiesene Vermutung. Eine Bekanntschaft mit M. Brunckhorst kann aber angenommen werden.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verlor die Musik in Schule und Kirche ihre Bedeutung, und das Kantorat wurde aufgelöst. Einen Neuanfang gab es 1828 mit der Gründung eines Singvereins.
1895 entstand ein Knabenchor und ein Jahr danach der Oratorienverein, der jährlich ein bedeutendes Werk zur Aufführung brachte, dessen Spuren sicher aber nach 1933 verlieren.
Eine besondere Prägung erfährt die heutige Kirchenmusik an der Stadtkirche durch die Celler Stadtkantorei, die 1999 auf ihr 75jähriges Bestehen zurückblieben konnte. 1924 von Prof. Fritz
Schmidt unter dem Namen „Celler Musikantengilde“ gegründet, pflegt sie traditionell die Aufführung großer oratorischer Werke ebenso wie die musikalische Gestaltung von
Gottesdiensten in der Stadtkirche, u.a. auch durch regelmäßige Kantatengottesdienste.
Nach Dr. Jost Harro-Schmidt, LKMD Götz Wiese und KMD Kord Michaelis ist heute Kirchenmusikdirektor Martin Winkler
künstlerischer Leiter des derzeit 120 Mitglieder umfassenden Chores. Er verantwortet gemeinsam mit Kantorin Claudia Griesser die
Kirchenmusik an der Stadtkirche. Gleichzeitig obliegt ihm die kirchenmusikalische Fachaufsicht und –beratung im acht Kirchenkreise umfassenden Bezirk Celle der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.
Die Förderung des Nachwuchses ist ein weiteres besonderes Anliegen der Stadtkantorei; Woche für Woche treffen sichweit über hundert Kinder und Jugendliche in den Gruppen der Kinder- und
Jugendkantorei und bereichern unser Gemeindeleben. Im Bezirk Altenhagen/Lachtehausen besteht seit vielen Jahren ein Frauen-Singkreis, der von Hans Meier geleitet wird.
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