Gemeindefest  (Foto: Stadtkirche Celle)

Beten mit Glocken und Trompeten

Aufzug Friedensglocke 28.10.2008
Aufzug der Friedensglocke am 28.10.2008 (Quelle: Stadtkirche Celle)

Seit ungefähr 1500 Jahren rufen Glocken Christinnen und Christen zu Gottesdiensten und zum Gebet auf. Auch wenn die Kirchen momentan geschlossen bleiben, können sich die Gläubigen im Gebet unter dem hörbaren Dach der Glockenklänge verbinden.

„Wir stecken inmitten einer schwierigen Situation, und die wollen wir meistern!“ so Uwe Schmidt-Seffers, der Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises Celle. Ein gemeinschaftlicher und spiritueller Treffpunkt kann weiterhin der Sonntagmorgen sein, wenn um 10 Uhr die Glocken läuten. Zum Beispiel, wenn wir räumlich getrennt aber zur gleichen Zeit sonntags um 10 Uhr morgens beten.

An den Kirchenvorstand der Stadtkirche wurde die Bitte herangetragen: "Können wir nicht die Glocken als Zeichen der Verbundenheit läuten lassen?"  Die Anregung nehmen wir gerne auf und läuten bis auf Weiteres täglich für fünf Minuten.

So wollen wir Menschen ermutigen, um 18 Uhr ein  Dank- und Bittgebet zu sprechen. Wir können den vielen Menschen danken, die zur Zeit Besonderes leisten, ob an herausgehobener Stelle am Krankenbett, an einer Supermarktkasse, oder durch das sorgfältige Arbeiten an einem anderen Platz. Zugleich können wir Gott bitten, dass er uns tröste und bewahre in diesen schweren Tagen. Ein Vaterunser passt ebenfalls dazu.

Die Johanniskirche in Eschede hat bereits ein tägliches 18 Uhr-Läuten zum Gebet eingeführt. Pastorin Franziska Baden schreibt in der Einladung zum Mitmachen: „Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten. Zur gleichen Zeit. Im Glauben. Mehr geht nicht. Mehr muss nicht.“

Vielleicht schließen sich weitere Gemeinden des Kirchenkreises Celle dieser Anregung an.

Volkmar Latossek