Gemeindefest  (Foto: Stadtkirche Celle)

Lieder mit Instrumenten und Singstimmen

Choräle vom Stadtkirchenturm

2020 Akkemann
(Foto: D.Ackemann)

An den kommenden Sonntagen (mindestens bis Ostern) spielen Dietrich Ackemann und seine Frau Martina Sonnenberg-Ackemann (mit genügend Abstand voneinander!) , jeweils zur Gottesdienstzeit um 10 Uhr, vier Choräle vom Turm der Stadtkirche.
Am ersten Sonntag beginnen sie mit dem alten Choral: Jesu meine Freude. Auch ein Segenslied ist dabei: Bewahre uns Gott (Nr. 171 im evangelischen Gesangbuch)

So heißen die Strophen des Segensliedes:

1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, 
    sei mit uns auf unsern Wegen. 
    Sei Quelle und Brot in Wüstennot, 
    sei um uns mit deinem Segen,

2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, 
    sei mit uns in allem Leiden. 
    Voll Wärme und Licht im Angesicht, 
    sei nahe in schweren Zeiten, 

3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, 
    sei mit uns vor allem Bösen. 
    Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, 
    sei in uns, uns zu erlösen, 

4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, 
    sei mit uns durch deinen Segen. 
    Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, 
    sei um uns auf unsern Wegen.

Auch zu anderen Zeiten  gibt es Bläsertöne vom Turm der Stadtkirche. Es ist eine gute alte Tradition, dass unser Turmbläser Maik Lorchheim täglich ein christliches Lied in alle vier Himmelsrichtungen spielt.  Viele Celler Bürger und Besucher freuen sich an den Bläserklängen.

Balkonsingen und –musizieren

Der Mond ist aufgegangen

Täglich um 19 Uhr öffnen wir Fenster oder Balkontüren und singen oder spielen mit einem Instrument: „Der Mond ist aufgegangen“ (Nr. 482 im Evangelischen Gesangbuch).

Zu den Unterstützern der Aktion gehört der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, der sich mit seiner Geige an dem Aktionsstart beteiligte. Margot Käßmann sagt: „Der Mond ist aufgegangen" erinnert daran, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern „dass es zugleich das Leben in aller Fülle gibt".

Die letzte Strophe des Abendliedes mit dem Text von Matthias Claudius aus dem Jahr 1779 bewegt besonders, heißt es doch darin: „Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen. Und unsern kranken Nachbarn auch!" Margot Käßmann ruft dazu auf, um 19 Uhr auf den Balkonen und Terrassen oder an den Fenstern das Lied mitzusingen. Viele fühlten sich einsam. Gemeinsames Singen stärkt und ermutigt. 

Hier der Text des Liedes:

1) Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

2) Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold
als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.

3) Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

4) Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.

5) Gott, lass dein Heil uns schauen,
auf nichts Vergänglichs trauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
lass uns einfältig werden
und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.

6) Wollst endlich sonder Grämen
aus dieser Welt uns nehmen
durch einen sanften Tod;
und wenn du uns genommen,
lass uns in' Himmel kommen,
du unser Herr und unser Gott.

7) So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen.
Und unsern kranken Nachbarn auch!